Victor oder
die Kinder
an der Macht
Ein
groteskes Familiendrama
von Roger Vitrac
Das Stück
Victor ist
ein hellsichtiges
Kind, schrecklich intelligent und schon fast 2 Meter groß, ein
Unikat.
Heute, zur Feier seines neunten Geburtstags entschließt er sich,
ein Mann zu werden und seine bisherige Rolle als untadeliger
Musterknabe
aufzugeben.

Der Autor
Roger Vitrac
verbindet
in seinen Stücken Muster des Boulevard -Theaters, die er grotesk
überzeichnet
und „boshaft“-kritisch wendet, mit surrealistischen Elementen. Er
entlarvt
Konventionen, die Formen und Verhaltensweisen des Bürgertums in
ihrer
verlogenen Trivialität und verborgenen Grausamkeit.
Das Ensemble
Victor, 9
Jahre
alt
Uli Goldstein
Charles
Paumelle,
sein Vater Helmut Hoffmeister
Emilie
Paumelle,
seine Mutter Gabi Neitemeier
Lili,
Hausmädchen
Stephanie Gerhards
Esther, 6
Jahre
alt
Heike Westermann
Antoine
Magneau,
ihr Vater
Matthias
Lynen
Thérèse
Magneau, ihre Mutter Stephanie Gerhards
Madame
Lonségur
Carola Kleinehollenhorst
Regie Thomas
Westhoff
Presse - Premierenkritik
Brillante Leistung ließ Fassade bröckeln
Mit "Victor oder die Kinder an der Macht" begeisterte am vergangenen Freitagabend das Theater-Ensemble SieÄkt unter Regie von Thomas Westhoff...
...In brillanter Leistung boten die acht Schauspieler der Theatergruppe SieÄkt ihrem Publikum einen auf keinen Fall konventionellen Theaterabend. Bereits die Ausgangssituation des Stücks wirkt grotesk: Victor Paumelle (grandios: Uli Goldstein), wie er selbst oft betont, ist "schrecklich intelligent", fast zwei Meter groß und ein Unikat. Zur Feier seines neunten Geburtstages beschließt Victor, seine Rolle als Musterknabe aufzugeben. Er verbündet sich mit seiner kleinen Freundin Esther (niedlich: Heike Westermann) und provoziert die Erwachsenen, indem er ihnen auf den Mund schaut und damit die Wahrheit auf den Punkt bringt....
...Das Schauspiel beschert den Zuschauern so manch heiteren Moment, doch teilweise lässt die gnadenlose Grausamkeit, mit der die Kinder den Erwachsenen den Spiegel vorhalten, den kalten Schauer über den Rücken laufen. Die rissige Fassade des mustergültigen Familienlebens bröckelt nicht nur, sondern stürzt unwiederbringlich in sich zusammen....
Die
Glocke, 13.06.2000
Tanja
Schalkamp